Spiritualität

Kurze historische Einordnung

Regelübergabe durch Albert

Regelübergabe durch Albert

Der “Orden der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel”, entlehnt seine Kurzbezeichnung “Karmel” von dem Gebirgszug “Karmel” im Nordwesten Israels. Dort ist der geographische Ursprung unseres Ordens. Im ausgehenden 12. Jahrhundert haben sich auf dem Gebirgszug Einsiedler um die so genannte “Quelle des Elia” niedergelassen. Zwischen 1206 und 1214 hat sich die Eremitengemeinschaft mit der Bitte an den Patriarchen von Jerusalem, den sl. Albert Avogadro, gewendet, ihre Lebensweise durch Abfassung einer “formula vitae” zu bestätigen. Diese wurde am 30.1.1226 durch Papst Honorius III. offiziell auch als Ordensregel anerkannt und stellt bis heute die rechtliche und geistliche Grundlage unserer Lebensform dar.

Allerdings erlitt sie im Laufe der Ordensgeschichte einige Veränderungen. Als die Karmeliten sich 1238 durch das Vordringen der Muslime gezwungen sahen, den Berg Karmel zu verlassen und nach Europa auszuwandern, konnten sie ihre streng eremitische Lebensform aufgrund der veränderten klimatischen und kulturellen Gegebenheiten nicht in dieser Weise fortsetzten. Sie wandten sich daher unter dem Ordensgeneral Simon Stock an Papst Innozenz IV. mit der Bitte, ihre Regel zu modifizieren. Es erfolgte eine durch die Gesetzgebung erwirkte Mendikantisierung des Eremitenordens. Charakteristisch wurde nun:

  • Leben in Städten
  • Predigt und Seelsorge
  • Empfang von Almosen

Freilich blieb die kontemplative Ausrichtung im Orden erhalten. Unter Papst Eugen IV. erfolgte am 15.2 1432 eine weitere Milderung der Regel vor allem bezüglich der Abstinenzvorschriften.

Erst unter dem sl. Ordensgeneral Johannes Soreth übernahm der Orden auch die “cura monialium”, und es wurden ihm 1452 erstmals Frauen eingegliedert, die aber von Anfang an ein kontemplatives Leben führten.

Im Laufe der Zeit kam es zu Verfallserscheinungen in der Ordensdisziplin. Das war der Ansatzpunkt für die Teresianische Reform, die unter Teresa von Avila in Spanien zur Abspaltung der Reformbewegung und schließlich zur Entstehung eines neuen Ordenszweiges “Den Unbeschuhten Karmeliten/innen” führte. Teresas Anliegen war die Rückkehr zu den Quellen:

  • Schwerpunkt: inneres Beten als Freundschaft mit Gott
  • Wiederbelebung des eremitschen Charakters
  • Leben in Zurückgezogenheit und in Klausur
  • Kleine Gemeinschaften von max. 21 Schwestern
  • strenge Armut

Schnell breitete sich der Reformweig von Spanien über ganz Europa aus. Bereits 1637 kam es zur ersten deutschen Gründung in Köln.