Liturgia horarum – Stundengebet

Karmel_Chor_Jesusbild“Wer die kanonischen Tagzeiten mit den Klerikern zu beten versteht, soll sie nach der Anordnung der hl. Väter und der von der Kirche gutgeheißenen Gewohnheit beten (RCarm 7).”

Die Karmeliten zur Zeit Teresas hatten einen eigenen liturgischen Ritus und ein eigenes Ordensbrevier. Im Zuge der Trennung von den “Beschuhten Karmeliten” übernahm Teresa 1581 für ihren Reformzweig das “Römische Stundengebet”, heute bestehend aus Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet und Matutin. Die Namen der einzelnen Horen geben die Uhrzeit bzw. den Charakter der Hore an.

Sie sind auf verschiedene Zeiten des Tages verteilt, um auf diese Weise den Blick des Beters je neu auf Gott auszurichten, ihn zu erinnern, in der Gegenwart Gottes zu leben. So unterbrechen die einzelnen Gebetszeiten bewußt den Alltag, um durch die Unterbrechung auf das “eine Notwendige” hinzuweisen.

Die karmelitanische Liturgie zeichnet sich vor allem durch Nüchternheit aus. Wichtig ist, daß dem Schweigen und dem Gespür für die Gegenwart Gottes angemessen Raum gegeben wird. Der Gesang des Offiziums ist auf die Hymnen und einige Teile von Laudes und Vesper beschränkt. Sonntags, an Festen und an Hochfesten werden Laudes und Vesper nach dem Römischen Antiphonale ganz gesungen. Die übrigen Horen des Offiziums werden rezitiert.

Um den Gläubigen die Teilnahme an unserem Chorgebet zu ermöglichen, übertragen wir vom Chor aus die Vesper (nach Wunsch auch die anderen Horen) in unsere Klosterkirche.